Finanzkrise:

Und täglich grüsst das Murmeltier-Effekt versus neuer Kommunikationskultur?



27. April 2009 16:59

Ein langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Produktanbieter und Investor - ist das zu langweilig und wenig innovativ? Spricht man mit Vertretern von Asset Management-Gesellschaften und Produktentscheidern, entsteht zeitweise der Eindruck, dass hier jeweils zwei Herzen in einer Brust schlagen. Vertrauen ist in der Krise verloren gegangen, natürlich sind viele Scherben geblieben. Beide Seiten gehen aufeinander zu, die Welt dreht sich weiter.

Allwissenheit wird derzeit von keinem Anbieter erwartet. Interessanterweise kann dies auch als positives Resultat der Krise betrachtet werden. Ernüchterung ist klar dem Status „ Illusion“ vorzuziehen. Gegenwärtig ist wahrnehmbar, dass sich viele Gesellschaften um den aufrichtigen Dialog mit den Investoren bemühen.

Interessant erscheint, dass der Vertrieb den Dialog sucht. Nicht völlig uneigennützig: Derzeit ist oft wenig „im Köcher“, der Investor ist skeptisch. Eine Erwartungshaltung, die für beide Seiten produktiv erscheint. Man informiert sich, lernt Ansätze und Produkte besser kennen. Viele Vertriebsspezialisten der Kapitalanlagegesellschaften nutzen diese Zeit gezielt zur Neuakquise. Den Investoren wird derzeit oft das Gefühl vermittelt, dass man sich ohne Zeitdruck mit ihnen auseinandersetzt und Lösungen entwickelt. Beim nächsten Aufschwung ist der Grundstein für eine mögliche erfolgreiche Zusammenarbeit gelegt.

Viele institutionelle Investoren suchen wie jedes Jahr Ihren Zahlungsverpflichtungen gerecht zu werden. Das Diktat der Zahlungsströme - Erträge müssen mit Verpflichtungen in Einklang gebracht werden. Die Gefahr besteht, dass solche Investoren auf Produktanbieter stossen, die gegenwärtig Produktkonzepte vertreten, deren Intransparenz und „Nichtverständlichkeit“ schon krisenverstärkend gewirkt haben. Zum einen besteht die Hoffnung, dass diese Entwicklung durch die Finanzpresse etwas gemildert wird. Zum anderen wird häufig die einfache Erkenntnis vergessen: „ So lang ist keine Nacht, dass nicht endlich der helle Morgen lacht.“ (William Shakespeare)